Im Interview Frau Prof. Doris Fischer, Vorsitzende der DCPI-Expertengruppe

Frau Prof. Doris Fischer spricht über die Arbeiten der Deutsch-Chinesische Plattform Innovation und Innovationskooperationen mit China.

Frau Prof. Doris Fischer

Frau Prof. Fischer ist Professorin an der Universität zu Würzburg am Lehrstuhl für China Business and Economics. Zudem ist sie Vorsitzende der Experten der der Deutsch-Chinesischen Plattform Innovation.

Warum ist ein Format wie die DCPI wichtig?

Die DCPI ist ein wichtiges Dialogforum, das über die normalen Formate von bilateralen Verhandlungen zwischen den involvierten Ministerien hinausreicht. Dies gelingt durch die zweijährige deutsch-chinesische Innovationskonferenz, den Austausch zwischen den zugehörigen Expertengruppen und die Einbindung von innovationsrelevanten weiteren Akteuren aus Wirtschaft und Wissenschaft.

Welche Rolle erfüllt die Expertengruppe der DCPI?

Die Expertengruppe vereint vielfältige Expertise zum Thema Innovation in und mit China. Ihre Aufgabe besteht zum einen darin, das BMBF im Hinblick auf das Thema Innovation in China zu beraten. Dies geschieht durch Gespräche, Workshops und das Verfassen von Policy Briefs vor allem in der Vorbereitung der Dialogveranstaltungen.  Zugleich gelingt es über die Expertengruppe, den Austausch mit der chinesischen Seite auf eine weitere Säule zu stellen, da direkter wissenschaftlicher Austausch und Kooperation mit den Mitgliedern der chinesischen Expertengruppe besteht.

Wie schätzen Sie die derzeitige Innovationskooperation mit China ein?

Auf der Ebene der Wissenschaft würde ich diese als gut bezeichnen, auf der Ebene der Unternehmen ist das stärker branchenabhängig. Grundsätzlich ist das Interesse an der Kooperation mit China groß, was unter anderem mit der Größe und Dynamik des Landes bzw. des Marktes zusammenhängt. Es gibt aber auch nicht zu vernachlässigende Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von Daten, Schutz der Privatsphäre und Schutz des geistigen Eigentums in der Zusammenarbeit mit China.

Wie kann sich die DCPI/Expertengruppe auch zukünftig in die Innovationskooperation einbringen?

Wir leben in Zeiten, in denen Dialog auf allen Ebenen und zu allen Themen sehr wichtig ist, um protektionistischen Tendenzen entgegen zu treten. Die Plattform ist nur ein Format von vielen, aber gerade weil das Thema Innovation in manchen Bereichen sensible ist, ist dieser Dialog auch in Zukunft sinnvoll.

Bereits jetzt wirkt die Expertengruppe auch beratend in die deutsche Wissenschafts- und Unternehmenslandschaft, um die Zusammenarbeit mit China zu erleichtern bzw. auf informierte Beine zu stellen. Damit dies noch besser gelingt, arbeiten wir an unserer Sichtbarkeit.

Ein Aspekt, den wir ebenfalls noch stärken könnten, sind Austausch und Kooperation auf der Ebenen des wissenschaftlichen und unternehmerischen bzw. Managementnachwuchses.

Was war Ihre bisher beste Erfahrung als Mitglied der Expertengruppe?

Natürlich war die Innovationskonferenz 2018 in Beijing ein Highlight, da die zweijährig stattfindenden Konferenzen ein zentrales Element der Plattform sind.

Als Wissenschaftlerin hat es mich sehr gefreut, dass ich im September die Gelegenheit hatte, bei unserem Partner CASTED in Beijing einen Vortrag zu halten, über dessen Thema (Marktbarrieren und Innovation) wir dann im Anschluss noch sehr offen und intensiv diskutiert haben.  Hier zeigte sich, dass die Zusammenarbeit nicht nur dekorativ ist, sondern wirklich zu Vertrauen und Interesse am Austausch führt.