China-Kompetenz in Deutschland

China gewann im vergangenen Jahrzehnt als politischer und wirtschaftlicher Partner und Wettbewerber Deutschlands an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund wächst auch der Bedarf China-Expertise stetig. Für eine erfolgreiche Kooperation mit internationalen Partnern sind gegenseitiges Verständnis und kultursensibler Umgang zwingend erforderlich. China-Kompetenz umfasst neben Sprachkenntnissen auch interkulturelle Kompetenz. Des Weiteren zählen Verständnis über rechtliche Rahmenbedingungen sowie politische, wirtschaftliche, kulturelle und historische Zusammenhänge dazu.

Maßnahmen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zum Ausbau der China-Kompetenz

Das Bundesministerium für Bildung- und Forschung (BMBF) veröffentlichte 2015 eine China-Strategie als systematischen Rahmen für die bildungs- und forschungspolitische Zusammenarbeit mit China. Darin sind neun Aktionsfelder und 35 Maßnahmen zur Förderung bilateraler Kooperation in (Berufs-)Bildung, Forschung und Innovation festgelegt.

Die „Schaffung einer breiteren China-Kompetenz in Deutschland“ ist als erstes Aktionsfeld mit drei Maßnahmen definiert. Dazu gehören

   1.    Förderung von innovativen Konzepten zum Ausbau der China-Kompetenz
          an deutschen Hochschulen.
   2.    Förderung von längerfristigen Studien- und Forschungsaufenthalten in China
   3.    Aufbau eines chinabezogenen, an den Bedarfen von Stakeholdern aus Wissenschaft und
          Forschung orientierten Monitoringsystems.

Das BMBF arbeitet kontinuierlich an der Umsetzung der verschiedenen Maßnahmen:

Aktivitäten zur  „Förderung von innovativen Konzepten zum Ausbau der China-Kompetenz an deutschen Hochschulen“:

Eine Vielzahl von Maßnahmen, die zu mehr China-Kompetenz in Deutschland beitragen, werden vom BMBF, der Kultusministerkonferenz (KMK) und dem Auswärtigen Amt (AA) im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten umgesetzt. Das BMBF fördert seit 2017 ein Projekt zu innovativen Konzepten zur Steigerung der China-Kompetenz an deutschen Hochschulen. 2018 folgten weitere 9 Projekte. Im Mai 2018 fand die Fachveranstaltung „China-Kompetenz in Deutschland“ statt. Rund 200 Teilnehmer aus den Bereichen Schule, Hochschule, Berufsbildung, Weiterbildung, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik diskutierten über die Vermittlung von China-Kompetenz.  Die Ergebnisse der Veranstaltung unterstützen BMBF, KMK und AA dabei, weitere Maßnahmen vorzubereiten und umzusetzen.

Als Diskussionsgrundlage diente die Publikation "China kennen, China können" vom Mercator Institute for China Studies (MERICS).

Der MERICS-Bericht zeigt Fortschritte der vergangenen Jahre bei der Förderung von China-Kompetenz auf. Gleichzeitig stellt dieser weiterhin Aufholbedarf in mehreren Bereichen fest. So lernen vergleichsweise wenige Schüler in Deutschland Chinesisch. An den Hochschulen ist die Zahl der Sinologie-Studenten ebenfalls niedrig. Die Zahl der deutschen Studierenden stagniert, die an einem chinabezogenen Studium und einem längeren Aufenthalt im Land interessiert sind. Der Bericht führt zudem Handlungsempfehlungen auf, wie die China-Kompetenz in Deutschland zu steigern sei.

Aktivitäten zur „Förderung von längerfristigen Studien- und Forschungsaufenthalten in China“

Aufenthalte in China spielen bei der Vermittlung von China-Kompetenz eine wichtige Rolle. Der DAAD vergab 2017 mehr als 1700 Stipendien an Deutsche, die einen Forschungs- oder Studienaufenthalt in China wahrnahmen. Diese Stipendien umfassen unterschiedliche EU und nationalen Förderprogramme. So konnten 39 Jahresstipendien des BMBF an Studierende, Graduierte und Doktoranden vergeben werden. Im Rahmen der Förderung des Projektbezogenen Personenaustausches mit der Volksrepublik China wurde seit 2017 ebenfalls eine Vielzahl von Projekten angestoßen.

Aktivitäten zum Aufbau eines chinabezogenen, an den Bedarfen von Stakeholdern aus Wissenschaft und Forschung orientierten Monitoringsystems.“:

Mit dem Ziel eine Evidenzbasis zur strategischen Weiterentwicklung der Zusammenarbeit mit China und weiteren asiatischen Ländern zu erhalten, initiierte das BMBF das Performance Monitoring des Asiatisch-Pazifischen Forschungsraums (kurz „APRA-PM“). ARPA-PM legt dabei einen Schwerpunkt auf den Schlüsselakteur China. Es wird ein regelmäßiges, evidenzbasiertes und zielgruppen-orientiertes Monitoring der aktuellen Entwicklungen und Trends der chinesischen Forschungspolitik erarbeitet. Die gesammelten Daten und Statistiken werden den relevanten Stakeholdern zugänglich gemacht und regelmäßig aktualisiert.