Innovation in China

China entwickelte sich in wenigen Jahrzehnten von der Werkbank der Welt  zu einer Technologiemacht. Bereits bis 2020 plant China sich in die Liga der innovativsten Länder einzureihen. Bis 2049, dem 100-jährigen Jubiläum der Gründung der Volksrepublik, strebt China die weltweite Führerschaft in Wissenschaft und Technologie an.

Bestandsaufnahme

In dem Global Innovation Index Ranking 2018 erreicht China mittlerweile den 17. Platz. Die Schweiz führt das Ranking an, Deutschland liegt auf Platz 9.

Von 2012 bis 2017 sind die Ausgaben für FuE in China um mehr als 70 % gestiegen. China investierte im Jahr 2017 umgerechnet ca. 226 Milliarden Euro in FuE.  Die Investitionen liegen laut offiziellen Angaben damit bei 2.12 % des BIP.

Bereits seit 2011 liegt China mit der Anzahl seiner Patentanmeldungen an der Weltspitze.  Auch beim Europäischen Patentamt (EPA) nehmen die Patentanmeldungen chinesischer Akteure zu. Mit Huawei stand 2017 erstmalig ein chinesisches Unternehmen im Jahresbericht des EPA an der Spitze der Firmen mit den meisten Patentanmeldungen.

Im Jahr 2017 überholte die Volksrepublik China erstmalig alle anderen Länder in der Anzahl der wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Im Hinblick auf die meistzitierten Publikationen liegen die USA auf Platz drei, hinter Schweden und der Schweiz. China auf Platz 5 hinter der EU.

Chinesische Technologieunternehmen erobern mit neuen Produkten und Dienstleistungen neben dem chinesischen Markt auch zunehmend den Weltmarkt. Tencent und Alibaba sind in die Liste der zehn wertvollsten Unternehmen weltweit aufgestiegen. Mit Baidu und JD.com gehören sie global zu den wichtigsten Internetbasierten Unternehmen.

Es ist festzuhalten, dass das chinesische Innovationssystem sehr heterogen ist. Die Innovationskapazitäten der einzelnen Akteure variieren sowohl regional  als auch branchen-/ fachspezifisch erheblich. Die o.g. Unternehmen sind Leuchttürme des chinesischen Innovationssystems und spiegeln nicht die Innovationsfähigkeit aller chinesischen Akteure wider.

Staatlich geleitetes Innovationssystem

Die Technologieförderung ist in China eng koordiniert und durch die Regierung dominiert. Dem Markt kommt zwar eine grundlegende Rolle bei der Allokation von Ressourcen zu; Dies allerdings unter Leitung bzw. Regelung der Regierung. Das charakteristische wirtschaftspolitische Prinzip einer gelenkten Marktwirtschaft spiegelt sich auch in der chinesischen Innovationspolitik wider.

Beobachter sind in der Vergangenheit davon ausgegangen, dass die Zensur des Internets, die staatlichen Eingriffe in die Wirtschaft und die parteiideologische Verpflichtung von Unternehmen das Innovationspotential  ersticken werden. Dennoch zeigt die Entwicklung von privaten Unternehmen wie Baidu, Alibaba, Tencent (BAT), dass sie eher von der starken Rolle des Staats im chinesischen Innovationsökosystem profitieren.

Zukunftspläne

Die digitale Wirtschaft sowie die Informations- und Kommunikationstechnologien  werden zu tragenden Säulen der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Regierung um Xi Jinping strebt an, China zu einer Supermacht im Cyberbereich zu entwickeln. Dafür soll China in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Quantenrechnen, Halbleiter  und den künftigen 5G-Mobilnetzwerken führend werden.

Ausführlichere Informationen zu dem Thema finden Sie in der DCPI Publikation "Innovation in China"