Innovationskooperation mit China

Die zunehmende Bedeutung der Innovationskooperation mit China zeigt sich bereits in der Gründung der Deutsch-Chinesischen Plattform Innovation sowie des Forschungs- und Innovationsprogrammes „Sauberes Wasser“. Beide Plattformen wurden im Jahr 2011 während der ersten Deutsch-Chinesischen Regierungskonsultationen durch das BMBF und das MoST vereinbart.

Im Kontext der umfassenden strategischen Partnerschaft zwischen Deutschland und China wurde 2014 eine ressortübergreifende Innovationspartnerschaft beschlossen. Der dazugehörige umfassende Aktionsrahmen „Innovation gemeinsam gestalten“ wurde im Oktober 2014 veröffentlicht und seither von den beteiligten Ministerien umgesetzt. Während der 5.Deutsch-Chinesischen Regierungskonsultationen 2018 wurde die Bedeutung des Aktionsrahmens gewürdigt und beschlossen ihn weiter umzusetzen und fortzuentwickeln.

Im Oktober 2015 veröffentlichte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seine China-Strategie bis 2020. Sie leistet einen  wichtigen Beitrag zur Umsetzung  der bilateralen Innovationspartnerschaft. Zudem bildet sie die Basis für die Zusammenarbeit mit China in Forschung, Wissenschaft und Bildung. Das BMBF setzt jährlich etwa 20 Millionen Euro pro Jahr für die Umsetzung seiner China-Strategie ein.

Im Rahmen der China-Strategie des BMBF wurden verschiedene Fördermaßnahmen beschlossen. Dazu gehören insbesondere die 2+2- Projekte. Es forschen je eine deutsche und chinesische wissenschaftliche Institution gemeinsam mit je einem deutschen und chinesischen Industriepartner. Die geförderten Verbundvorhaben arbeiten in der angewandten Forschung an ausgewählten Schwerpunktthemen. In diesem Rahmen wurden 2017 eine Ausschreibung für Verbundprojekte zu den Themen Elektromobilität, Intelligente Fertigung (Industrie 4.0) und Energiesystemforschung zwischen Deutschland und China veröffentlicht.

Derzeit ist die vom BMBF geförderte deutsch-chinesische Forschungskooperation besonders aktiv in den Bereichen Innovationsforschung, intelligente Fertigung, Umwelttechnologien, Elektromobilität, Lebenswissenschaften, Wasser sowie Meeres- und Polarforschung. Des Weiteren spielen Digitalisierung sowie Klima bei zukünftigen Innovationskooperationen eine herausragende Rolle. Bereits 2016 wurde eine Kooperationsvereinbarung  zwischen BMBF und MoST im Bereich Industrie 4.0 unterzeichnet, die seitdem durch verschiedene Veranstaltungen sowie zwei gemeinsame 2+2-Ausschreibungen mit Leben gefüllt wird. Während der 5. Deutsch-Chinesischen Regierungskonsultationen im Juli 2018 wurde eine weitere gemeinsame Erklärung  zur Kooperation im Bereich der intelligenten Fertigung sowie eine zur Vertiefung der bilateralen Klimaforschung durch die beiden Forschungsminister unterzeichnet.

Insgesamt ist eine deutliche Zunahme an deutsch-chinesischen Forschungskooperationen in den letzten Jahrzehnten zu verzeichnen. Die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit umschließt mittlerweile nahezu alle wissenschaftlichen Disziplinen. Im November 2018 bestanden laut Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz mehr als 1.400 formal geschlossene Abkommen zur bilateralen Hochschulzusammenarbeit.

Auch viele Forschungs-, Förder- und Mittlerorganisationen unterhalten eine enge Kooperation mit chinesischen Partnern. Die Max-Planck-Gesellschaft unterhält eine privilegierte und strategische Partnerschaft mit der Chinese Academy of Sciences. Auch die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, die Deutsche Forschungsgemeinschaft, Fraunhofer Gesellschaft sowie die Alexander von Humboldt-Stiftung pflegen enge Kooperationsbeziehungen, fördern die Innovationskooperation mit China und bauten dafür auch Vertretungen in China auf. Eine Übersicht hierzu gibt die Internetseite Kooperation International.

Das Chinesisch-Deutsche Zentrum für Wissenschaftsförderung wurde 2000 als Joint-Venture durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der National Natural Science Foundation of China gegründet. Das CDZ fördert wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China mit dem Schwerpunkt in den Natur-, Lebens-, Ingenieur- sowie den Managementwissenschaften.